Kennst du das? Du hast eine Aufgabe, eine Arbeit oder ein soziales Event vor dir, und plötzlich schleichen sich Gedanken ein wie:
„Was, wenn ich versage?“
„Kann ich das überhaupt?“
„Sind die anderen besser als ich?“
„Was, wenn das, was ich tue, nicht gut genug ist?“
Die Angst zu versagen breitet sich aus und kann lähmend wirken. In diesem Artikel möchte ich dir meine Sicht auf das Thema Versagensängste zeigen.
Ich höre oft, dass sich Betroffene in solchen Situationen wie gelähmt fühlen und kaum klar denken können. Häufig kommt es dann aus Angst vor dem Versagen zu einer Vermeidung von Aufgaben oder Situationen und das kann kurzfristig für Entspannung sorgen.
So verständlich das scheint, ist es meiner Erfahrung nach meist der falsche Weg. Wenn Menschen sich ihren Ängsten stellen und dabei positive Erfahrungen machen, ist das wesentlich hilfreicher. Sie erleben, dass sie die Situation meistern können. Im Gegensatz zur Vermeidung, die das Gefühl verstärkt, es nicht zu schaffen.
Woher kommen Versagensängste?
Woher kommt diese Angst? Meiner Erfahrung nach ist sie oft unbegründet. Wir malen uns Szenarien aus, was alles schiefgehen könnte, oder wie wir als Versager dastehen. Häufig entpuppen sich diese Gedanken im Nachhinein als völlig unnötig.
Versagensängste haben oft ihre Wurzeln in unserem Erleben und unseren Glaubenssätzen. Meiner Erfahrung nach entstehen sie häufig durch:
• Vergleich mit anderen: Wir sehen, wie andere etwas „besser“ machen, und messen uns daran. Zu diesem Thema habe ich übrigens einen eigenen Beitrag veröffentlicht, den du dir gerne hier anschauen kannst.
• Perfektionismus: Der Druck, alles richtig machen zu müssen, kann lähmend wirken.
• Alte Glaubenssätze oder Erfahrungen: Vielleicht hast du in der Kindheit erlebt, dass Fehler negativ bewertet wurden, oder du hast dir selbst hohe Erwartungen gesetzt.
Ich erlebe oft, dass es hilfreich sein kann, sich bewusst zu machen, woher die Angst kommt, ohne sich selbst dafür zu verurteilen. Das der Ursache schafft oft schon ein Stück Abstand und Erleichterung.
Und eigentlich gehört ja das Scheitern auch genauso zum Leben wie alles andere. Kleinkinder kennen diese Angst nicht, sonst würden sie niemals laufen lernen: Immer wieder aufstehen, hinfallen und es erneut versuchen.
Niemand ist perfekt. Fehler gehören zum Leben und sind notwendig, um zu lernen und zu wachsen.
Selbstmitgefühl statt Selbstkritik
Viele reagieren auf Versagensängste mit harten inneren Stimmen: „Du darfst das nicht falsch machen.“ – „Du bist nicht gut genug.“
Diese Selbstkritik ist verständlich, führt aber oft dazu, dass die Angst noch stärker wird.
Ein anderer Weg ist Selbstmitgefühl:
• Dich selbst so behandeln, wie du es bei einem guten Freund tun würdest.
• Dir bewusst machen, dass Fehler und Unsicherheiten zum Menschsein dazugehören.
• Mit dir selbst in einem freundlichen und unterstützenden Ton sprechen.
Meiner Erfahrung nach kann Selbstmitgefühl die innere Anspannung deutlich reduzieren und dir ermöglichen, trotz Angst, klar zu handeln.
Ein erster kleiner Tipp
Wenn dir der Gedanke „Ich schaffe das nicht“ begegnet, versuche ihn einmal nur als das zu betrachten, was er ist: ein Gedanke. Nicht mehr, nicht weniger. Sag dir innerlich: „Ah, da ist wieder dieser Gedanke.“ und beobachte, wie dadurch ein Stück Abstand entsteht. So musst du den Gedanken nicht sofort glauben, sondern kannst gelassener damit umgehen.
Im zweiten Teil dieser Reihe werde ich noch genauer auf dieses Thema eingehen und dir konkrete Strategien zeigen, wie du mit Versagensängsten im Alltag umgehen kannst und welche Übungen dir meiner Erfahrung nach helfen können, wieder mehr Sicherheit und Gelassenheit zu finden.
Du musst da nicht allein durch
Manchmal ist es leichter, gemeinsam hinzuschauen und neue Wege zu entwickeln.
Wenn du das Gefühl hast, dass dich Versagensängste immer wieder blockieren, melde dich gerne bei mir für eine persönliche Begleitung.
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Oder nutze hier mein kostenfreies 15-minütiges Erstgespräch, um mich und meine Arbeit kennenzulernen.
