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Angst vor Einsamkeit

kann man lernen, das Alleinsein zu genießen?

Kennst du das Gefühl, wenn dein Partner gerade weg ist oder du allein zu Hause sitzt und plötzlich macht sich eine innere Leere breit? Vielleicht hast du auch schon einmal vor der Einsamkeit Angst gehabt, etwa bevor du in einen neuen Ort gezogen bist oder ein neuer Lebensabschnitt begann? Fühlst du dich manchmal einsam, nicht zugehörig, als ob dich keiner mag?

Viele Menschen erleben in ihrem Leben Phasen der Einsamkeit. In manchen Momenten ist das ganz normal und geht auch wieder vorbei. Wichtig ist: Einsamkeit zu empfinden ist keine Schwäche. Es sagt nichts darüber aus, wie „fähig“ oder „wertvoll“ du bist, es ist ein menschliches Gefühl, das viele Menschen in ihrem Leben schon einmal gespürt haben.

Doch ich erlebe in meiner Praxis immer wieder, dass sich dieses Gefühl auch hartnäckig festsetzen und sehr belastend werden kann.

In diesem Artikel teile ich meine persönliche Sicht auf das Thema Einsamkeit: Wo sie herkommen kann, worin sie sich vom Alleinsein unterscheidet und was du tun kannst, um wieder mehr Verbindung zu dir selbst und anderen zu spüren.

Einsamkeit, woher kommt sie?

Einsamkeit entsteht meist nicht plötzlich. Häufig zeigen sich erste Prägungen schon früh im Leben: Wenn beispielsweise emotionale Nähe gefehlt hat, Eltern abwesend waren oder wichtige Bezugspersonen nicht verfügbar waren.

Auch später können bestimmte Lebensereignisse das Gefühl verstärken: Übergänge wie der Schulabschluss, ein Umzug, das Studien- oder Berufsleben, Trennungen oder der Verlust eines geliebten Menschen. In all diesen Situationen verändert sich unser soziales Netz, Freundschaften und Kontakte können wegbrechen oder zurückgehen und das kann Einsamkeit auslösen.

Aber auch wer von Menschen umgeben ist, kann sich einsam fühlen. Dann fehlt oft echte Nähe oder das Gefühl, wirklich verstanden zu werden.
Beides kann schwer sein, und beides ist menschlich.

Einsamkeit ist nicht gleich Alleinsein

Ein zentraler Punkt, den viele unterschätzen: Allein zu sein bedeutet nicht automatisch, einsam zu sein.
Es gibt Menschen, die es genießen, viel Zeit für sich alleine zu verbringen.. Genauso gibt es andere, die inmitten von Familie oder der Partnerschaft ein tiefes Gefühl von Isolation empfinden.

Gerade heute, wo wir rund um die Uhr über Smartphones, Social Media oder Serien abgelenkt sein können, fällt es vielen schwer, wirklich mit sich allein zu sein. Und wenn dann doch Stille einkehrt, wirkt sie ungewohnt, manchmal sogar bedrohlich. Das Verdrängen scheint zunächst einfacher, doch oft bleibt danach ein noch schlechteres Gefühl zurück.

Warum sich Einsamkeit so tief anfühlen kann

In meiner Praxis höre ich häufig, dass Menschen sich selbst unter Druck setzen, indem sie sich mit anderen vergleichen. Sie denken: „Bei den anderen läuft alles perfekt, bei mir nicht.“
Solche Gedanken können dazu führen, dass man sich selbst abwertet: sich nicht gut genug, nicht liebenswert, irgendwie „falsch“ oder vielleicht nicht so beliebt wie die Anderen zu fühlen.

Manchmal entsteht der Eindruck, dass erst eine Partnerschaft, ein bestimmter Status oder Anerkennung von außen helfen könnten, sich wieder wohler zu fühlen. Dabei liegt der Schlüssel oft in der Beziehung zu sich selbst.

Wenn wir lernen, uns mit all unseren Seiten anzunehmen, auch mit den schwierigen, kann sich Einsamkeit wandeln. Meiner Erfahrung nach kann sie sich in echte Verbindung zu uns selbst und in Offenheit für andere wandeln.

Fünf Tipps gegen Einsamkeit

  1. Erkenne den Unterschied
    Werde dir bewusst, ob du gerade wirklich einsam bist oder einfach nur allein. Und wie fühlt sich das für dich an?
  2. Begegne dir selbst freundlich
    Sei es dir selbst wert dir selbst etwas Gutes zu tun. Geh spazieren, lies ein Buch, gönn dir bewusst Zeit für dich. Auch allein kannst du schöne Momente erleben.
  3. Komm in Bewegung
    Suche Orte wo sich Menschen mit gleichen Interessen befinden. Es kann schwer sein, rauszugehen, wenn man denkt, man sei nicht willkommen, doch gerade dann kann ein neuer Kontakt guttun. Ein Kurs, ein Verein, ein Ehrenamt, ein Konzert, diverse Veranstaltungen oder ein Treffen, all das kann dir helfen, neue Kontakte zu knüpfen. Die richtigen Personen befinden sich für jeden irgendwo da draußen.
  4. Vergleiche dich weniger
    Hinterfrage deinen inneren Druck, mithalten oder perfekt sein zu müssen. Oft denken wir, die anderen hätten alles im Griff oder wären perfekt. Mache dir bewusst, dass jeder sein Päckchen mit sich trägt und du nicht wissen kannst wie es in den anderen wirklich aussieht. Vieles von dem, was du siehst, ist nur ein Ausschnitt, nicht das ganze Bild. Frage dich besser: „Was ist MIR wirklich wichtig?“. Im folgenden Beitrag wird es um das Thema „Vergleiche und was sie mit in dir auslösen können“ gehen.
  5. Finde Sinn
    Wenn du deinem Alltag einen tieferen Sinn gibst, etwas, das dich erfüllt, verändert das oft auch das Erleben von Einsamkeit. Dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt: Du bist damit nicht allein. Einsamkeit betrifft viele Menschen. Ich erlebe oft wie entlastend es sein kann, offen über dieses Gefühl zu sprechen, statt es zu verstecken.
Wenn du das Gefühl hast, dich gerade in einer Phase von Einsamkeit zu befinden und du dir Unterstützung wünschst, melde dich gerne hier bei mir.

In einem kostenfreien Erstgespräch hast du die Möglichkeit mich kennen zu lernen, Fragen zu stellen und herauszufinden, ob wir zusammen diesen Weg gehen möchten. Du kannst einfach hier einen Termin vereinbaren.